Basierend auf Regelmäßigkeiten oder Analogien, die aus ihren lexikalischen Kenntnissen generiert werden, können selbst Sprecher von Sprachen mit unvorhersehbarem Stress Nichtwörtern Stress zuordnen (Janssen, 2003b; Tappeiner et al., 2007; Röttger et al., 2012; Domahs et al., 2014). Typischerweise ist die Zuordnung von Spannung zu Nichtwörtern durch große interindividuelle Varianz gekennzeichnet. Darüber hinaus kann die Zuweisung von Stress sowohl zu vorhandenen Wörtern als auch zu Nichtwörtern Verhaltensspuren von Verarbeitungsanforderungen hinterlassen. Die vorliegende Studie zielt darauf ab, das Zusammenspiel von interindividuellen Varianzen bei der Spannungszuweisung und spezifischen Rechenanforderungen für unterschiedliche Spannungspositionen zu untersuchen, um die Richtung der Spannungsverarbeitung in deutscher Sprache zu untersuchen. Im weiteren Verlauf dieses Abschnitts werden wir zunächst Argumente zur Richtung der Spannungsberechnung in deutscher Sprache zusammenfassen und dann die Begründung der Studie skizzieren. Eine verarbeitungsbasierte Darstellung der Spannungszuweisung, wie oben skizziert, könnte auch die Beobachtung erklären, dass zwei Patienten mit eingeschränktem lexikalischem Wissen aufgrund der primären progressiven Aphasie keinen APU-Stress in Fällen von Unsicherheit enden (Janssen, 2003a; Janßen und Domahs, 2008). Da beide Patienten eine massiv reduzierte WM-Spanne hatten, war die APU-Stresszuweisung für sie möglicherweise zu anspruchsvoll. Ihre Vermeidung von APU-Stress wurde zuvor mit APU-Stress erklärt, der außergewöhnlich ist und lexikalisiert werden muss (Knaus und Domahs, 2009). Angesichts der vorliegenden Ergebnisse scheint die verarbeitungsbasierte Darstellung jedoch überlegen zu sein: Es waren die guten Teilnehmer, die den größten Teil des vermeintlichen Ausnahmemusters produzierten, und die Teilnehmer mit begrenzter WM-Kapazität, die dazu neigten, es zu vermeiden. Es gab 10 Elemente pro Bedingung, insgesamt 80 Elemente, die in pseudorandomisierter Reihenfolge präsentiert wurden, durchsetzt mit 40 ein- und zweisilbigen Füller-Nichtwörtern sowie 13 viersilbigen Nichtwörtern, um Teilnehmer daran zu hindern, ein individuelles “Standard”-Stressmuster konsistent über die gesamte Liste der Elemente zu verwenden. Obwohl die Ziel-Nichtwörter im Allgemeinen zu unterschiedlichen spezifischen Spannungszuweisungspräferenzen je nach Silbestruktur führen (z.B.

Wörter mit V.VC. V-Struktur vorzugsweise auf PU-Silbe betont werden), gibt es immer ein hohes Maß an interindividuellen Varianz – die bisher unerklärt bleibt – so dass in keinem Zustand Nichtwörter ausschließlich auf einer Silbe betont werden (Janssen, 2003b; Tappeiner et al., 2007; Röttger et al., 2012). Lässt sich der zunehmende Einsatz von ultimativem Stress mit abnehmender WM-Kapazität durch andere Faktoren als die Rechenleichtigkeit erklären, um die letzte Silbe hauptlastig zu machen? Eine alternative Erklärung kann sich auf die artikulierende Vorbereitung im Allgemeinen und nicht auf die Berechnung der Hauptspannungsposition beziehen. Nach dieser Erklärung könnten Teilnehmer mit begrenzter WM-Spanne dazu neigen, die letzte Silbe von Zielwörtern (nicht) zu verlängern, um mehr Zeit für die Vorbereitung des nachfolgenden Wortes zu bekommen, und – da die Dauer auch ein relevanter phonetischer Hinweis auf Wortstress ist – könnte dies zu einer wahrgenommenen Belastung der letzten Silbe führen. Dieses potentielle Artefakt wurde jedoch in unserem experimentellen Design minimiert, da unsere Zielreize in Trägersätze/Text eingebettet wurden. Erinnern Sie sich daran, dass der Trägersatz für alle Nicht-Wörter identisch war, so dass das Wort, das dem Ziel folgte, während des Experiments sehr erwarbbar und automatisiert war. Darüber hinaus wurden die Teilnehmer in nicht-Wort-Lesung angewiesen, das Nicht-Wort zunächst im Stillen und nur dann zu lesen, wenn sie sich bereit fühlten, es fließend zu produzieren, um den Trägersatz auszusprechen, der das Ziel-Nicht-Wort enthält. Doch um die letzten Zweifel auszuräumen und den letzten Stress von der endgültigen Verlängerung zu lösen, könnten weitere Forschungen Sprachen mit rechter Stresszuweisung ansprechen, in denen beide Effekte trennbar wären. Die Teilnehmer wurden aus Altenheimen der Stadt Aachen und der Orthopädiestation des Universitätsklinikums DER RWTH Aachen rekrutiert.