Dieser Ausgabebrief gibt einen Überblick über die Regelung der Arbeitszeit durch Tarifverträge in verschiedenen Regionen der Welt und skizziert innovative Lösungen der Verhandlungspartner. Sie stellt Praktiken aus verschiedenen Ländern vor, die einen menschenzentrierten Ansatz zur Regelung der Arbeitszeit durch Tarifverhandlungen voranbringen können. Die Handelskammer (der Kläger) argumentierte, dass der Tarifvertrag für die Metallarbeiter, der eine tägliche Höchstarbeitszeit von 10 Stunden für Gleitzeit festlegte, gegen das neue Arbeitszeitgesetz verstoße, das eine Höchstarbeitszeit von 12 Stunden vorsere. Daher könnte der Tarifvertrag einen spezifischen Betriebsvertrag, der einen höchstmöglichen 12-Stunden-Arbeitstag vorsieht, ungültig machen. Die Gewerkschaft (beklagte) argumentierte jedoch, dass die Flexitime-Beschränkungen im Tarifvertrag nicht nur die Arbeitszeit und die Freiheit der Arbeitnehmer betreffe, ihren Arbeitsplan unabhängig zu gestalten, sondern auch als Instrument zur Festlegung von Begrenzungen der Arbeitszeiten, die als normale Arbeitszeiten ohne Zuschlag bezahlt würden, im Gegensatz zu Arbeitszeiten, die über diese Grenze hinausgehen, die als Überstunden zu zahlen seien und einen Zuschlag beinhalteten. Daher ist die 11. und 12. Stunde des Arbeitstages als Überstunden zu klassifizieren, zumindest für die Zwecke der Nachtragszahlungen. Dies ist potenziell eine schlechte Nachricht für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen.

Die Arbeitgeber können auf die Einführung von Gleitzeitregelungen (im Wege einer betriebsbereiten Vereinbarung, die mit dem Betriebsrat vereinbart werden soll, oder, in Ermangelung eines Betriebsrats, durch eine individuelle Vereinbarung mit dem Personal) verzichten, die einen 12-Stunden-Arbeitstag ermöglichen, um die Zahlung teurer Überstunden für die 11. und 12. geleistete Arbeitsstunde zu vermeiden. Somit werden die Arbeitnehmer auch nicht von dem neuen Rechtsrahmen profitieren, der es ihnen ermöglicht hätte, volle Freie Tage als Ausgleich für 12-Stunden-Arbeitstage (z. B. an einem Freitag oder Montag, was zu längeren Wochenenden führt) zu nehmen. In Beantwortung der dritten Frage stellte der Oberste Gerichtshof klar, dass der Grundsatz der Begünstigung befolgt werden sollte. Unter diesen Umständen kam das Gericht zu dem Schluss, dass der tägliche Höchstbetrag von 10 Stunden im Rahmen des Tarifvertrags günstiger war als der tägliche Höchstbetrag von 12 Stunden im Rahmen des Betriebsvertrags, da es den Bediensteten einen Überstundenzuschlag für die 11. und 12. Stunde des Arbeitstages gewährte, wenn diese Arbeit tatsächlich ausgeführt wird. Der endgültige Text der Richtlinie enthielt auch eine Vielzahl neuer Bestimmungen, die die Tarifverhandlungen zu einem Element bei der Festlegung von EG-Standards für die Arbeitszeit machten. Die Rolle der Tarifverhandlungen bei der Festlegung einiger EU-Standards für die Arbeitszeit ermöglichte eine Abweichung von vorgeschriebenen Normen.

So ist beispielsweise eine Ausnahme regelungsweise durch Tarifverträge oder Vereinbarungen zwischen den Sozialpartnern von Artikel 3, 4, 5, 8 und 16 für bestimmte andere Tätigkeiten zulässig, die gleichwertigen Ausgleichsfristen unterliegen (Artikel 17 Absatz 2 der Richtlinie 2003/88/EG) und artikel 3 und 5 bei Schichtarbeit oder anderen, die getrennte Arbeitszeiten beinhalten. Die komplexeste Bestimmung, die Eine Ausnahmeregelung vorsieht, ist Artikel 18 (Richtlinie 2003/88/EG), der Ausnahmen durch (1) nationale oder regionale Vereinbarungen oder (2) Vereinbarungen auf niedrigerer Ebene im Einklang mit den in nationalen oder regionalen Abkommen festgelegten Vorschriften vorsieht. Dies gibt den nationalen oder regionalen Ebenen der Tarifverträge vorrangig. Andere Ebenen dürfen nur entsprechend abweichen. Die Richtlinie 93/104/EWG des Rates vom 23. November 1993 über bestimmte Aspekte der Arbeitszeitgestaltung (in der durch die Richtlinie 2000/34/EG vom 22. Juni 2000 geänderten Fassung; integrierter Text in der Richtlinie 2003/88/EG vom 4. November 2003) zielte darauf ab, grundlegende verfahrensrechtliche Bedingungen für die Regelung der Arbeitszeit durch Tarifverträge zu skizzieren.